5 - Die innere Achterbahn: Warum emotionales Essen kein Willenskraft-Problem ist

Shownotes

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00:00:00: Nimm dir erst mal einen kurzen Moment um anzukommen.

00:00:05: Atme mal tief durch, lass die Schultern sinken und egal wo du gerade bist oder auch was du auch immer tust Auto fährst spezieren gehst oder mit deiner Tasse T auf dem Sofa sitzt das hier ist jetzt deine Zeit nur für dich und deinen Körper.

00:00:27: Ich möchte heute mit einer ganz alltäglichen Situation einsteigen, die du vielleicht nur sehr gut kennst.

00:00:39: Stell dir vor es ist Donnerstagabend!

00:00:45: Du hattest eine unglaublich lange und anstrengende Woche.

00:00:52: Im Job war es stressig Die To-do Liste wollte einfach nicht kürzer werden Und vielleicht gab es auch noch ein Telefonat, das sich emotional aufgewühlt hat.

00:01:09: Du kommst nach Hause die Tür fällt ins Schloss und eigentlich hast du dir vorgenommen heute Abend koche ich mir etwas Frisches, Gesundes.

00:01:22: Ich tue mir etwas Gutes.

00:01:26: Aber in dem Moment indem du in der Küche stehst merkst du, wie eine Müdigkeit über dich hineinbricht und plötzlich stehst du nicht am Herd um Gemüse zu schneppeln.

00:01:47: Du etabst dich dabei wie du vor dem offenen Kühlschrank oder der Vorratskammer stehst.

00:01:57: Deine Hand greift ganz automatisch nach der Packung Schokolade den Chips oder den Nudeln mit dicker Soße.

00:02:09: Und während du das ist, spürst du ein paar Minuten diesen kurzen Moment von einer Art Erleichterung.

00:02:22: Es wird kurz ruhig im deinem Kopf aber fast in dem selben Atemzug schleicht sich diese leise giftige Stimme in deine Gedanken.

00:02:37: Warum?

00:02:38: tust du das schon wieder.

00:02:41: Warum hast Du Dich nicht im Griff?

00:02:46: Wo ist verdammt nochmal Deine Willenskraft?

00:02:52: Falls Du diese Situation kennst, möchte ich Dir als allerallererstes eins sagen und das liegt mir wirklich am Herzen!

00:03:03: Du bist dich falsch, du bist nicht undiszipliniert.

00:03:10: kein Problem mit deiner Willenskraft.

00:03:15: Weißt du, was in diesem Moment auf der Couch oder vor dem Kühlschrank wirklich passiert?

00:03:24: Es ist ein innerer Konflikt!

00:03:27: Ein tiefer Hilfe-Ruf.

00:03:31: Auf der einen Seite steht dein Kopf, der gelernt hat Ich muss funktionieren ich muss gesund mich ernähren.

00:03:43: Auf der anderen Seite steht dein Körper, dein Nervensystem.

00:03:49: Dass in diesem Moment einfach nur schreit.

00:03:52: ich brauche Sicherheit Ich brauche Beruhigung!

00:03:57: Ich kann nicht mehr.

00:04:00: Wir Frauen haben oft verlernt diese Signale richtig zu deuten.

00:04:06: wir leben in einer Welt die uns ständig sagt wir müssten immer im Frühling oder im Sommer sein, also in unserem zyklischen Frühling und Sommer.

00:04:21: Immer produktiv immer strahlend immer voller Energie.

00:04:27: aber unser weiblicher Körper funktioniert in einem Rhythmus.

00:04:33: wir haben unsere inneren Jahreszeiten unsere hormonellen Wellen Und wenn wir uns tagelang durch den Stress peitschen dann fordert der Körper irgendwann Ruhe, ein Ausgleich.

00:04:50: Eine Sicherheit!

00:04:52: Das Essen ist dann kein Akt der Schwäche sondern ein genialer Überlegungsmechanismus deiner Biologie.

00:05:07: Du kannst auch sehr gerne vorher noch mal in die Folge wo ich die Zyklusphasen kurz erkläre reinschauen.

00:05:16: falls wird es jetzt nicht ganz so klar, als dass du rhythmisch bist.

00:05:22: Ich werde sie auf jeden Fall in die Schaunauts nochmal verlinken.

00:05:25: Okay!

00:05:26: Jetzt geht's aber weiter in dieser Folge.

00:05:30: Lass uns mal kurz und ohne komplizierte Fachbegriffe, aber mit einem ehrlichen Blick darauf schauen was passiert da in deinem Nervensystem?

00:05:44: Stell dir der Nervensystem wie ein Haus vor.

00:05:48: Wenn du den ganzen Tag gestresst bist, rennst du ununterbrochen durch den unruhigen lauten Flur.

00:05:59: Dein Herz schlägt schneller, deine Gedanken kreisen, deine Muskeln sind angespannt.

00:06:07: Biologisch gesehen befindet sich dein Körper im Flucht- oder Kampfmodus.

00:06:14: Er denkt der draußen trote Gefahr.

00:06:18: In diesem Zustand wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet.

00:06:23: Cortisol signalisiert deinem Körper schnell, ich brauche Energie!

00:06:29: Stell mir was breit und... Was ist die am besten schnellste verfügbare Energie?

00:06:38: Richtig Zucker und einfache Kohlenhydrate Und das ist pure Biologie.

00:06:46: Dein Körper braucht es um Energie zu haben.

00:06:51: Und jetzt kommt die emotionale Komponente dazu.

00:06:57: Essen, besonders Süßes oder Fettiges schütten in unserem Gehirn Dopamin aus.

00:07:05: Das ist das Belohnungs- und Wohlfühlhormon.

00:07:10: Wenn wir also essen, schalten wir im Grunde die Alarmanlage in unseren Nervensystem für einen kurzen Moment per Knopfdruck Druck aus.

00:07:24: Das Essen holt uns ab, es umarmt uns wenn niemand anderes es gerade tut.

00:07:32: Es tröstet uns!

00:07:35: Es ist als würde man eine schwere warme Decke über eine offene Wunde legen.

00:07:46: Die Wunde ist zwar noch da aber es tut erst mal nicht mehr so weh.

00:07:55: Essen ist in diesem Moment die Brücke, die sich aus dem stressigen lauten Flur deines Nervensystems in einen vermeintlich sicheren und warmen Raum zurückholt.

00:08:15: Und dieses Phänomen zeigt sich nicht nur bei Stress!

00:08:20: Erinnerst du dich an den weiblichen Zyklus?

00:08:23: Unser natürlichen Rhythmus?

00:08:27: Es gibt diese Tage im Monat, meistens in der zweiten Zyklushälfte der Lutealfase.

00:08:34: Die sich auch gerne den Inneren Herbst nennt.

00:08:38: die Hormone, Brogasteron und Oestrogen sinken ab.

00:08:44: Der Körper breitet sich auf die Periode vor.

00:08:48: In dieser Zeit läuft unser Stoffwechsel ohnehin auf Hochtouren.

00:08:54: Wir verbrauchen täglich mehr Energie.

00:08:56: Gleichzeitig singt der Serotoninspiegel.

00:09:00: Das ist unser körpereigenes Glückshormon.

00:09:05: und genau in diesen Tagen stehen wir dann da und haben diesen unbändigen Heiß-Hunger, wenn wir jetzt mit strenger Diät oder verboten an uns herantreten und sagen, nein du darfst das jetzt nicht!

00:09:24: Das erzeugt wieder nur Stress.

00:09:28: Wir kämpfen gegen unsere eigene Natur ein Kampf den wir langfristig nur verlieren können weil der Körper immer gewinnt.

00:09:41: Schau mal wie sich das im Alltag anfühlt.

00:09:46: Du verbietest dir zum Beispiel die Schokolade Du trinkst stattdessen ein Glas Wasser oder ist eine Reiswaffel oder ein Apfel.

00:09:57: Aber der Gedanke lässt dich nicht los!

00:10:02: Er kreist und kreisst, du bist nervös fast schon aggressiv.

00:10:08: Und warum?

00:10:10: Weil der Körper nicht nur nach dem Geschmack süchtet sondern nach der Entlastung im Gehirn.

00:10:23: Nach zwei Stunden des Kämpfens gibst du nach.

00:10:26: Und ist dann meistens viel, viel mehr als du eigentlich wolltest.

00:10:32: Danach kommen die Schuldgefühle und so entsteht ein Teufelskreis der uns emotional völlig auslaugt.

00:10:43: Du fragst dich vielleicht wie komme ich denn da jetzt raus?

00:10:48: Wie schaffe ich den Übergang zu einem liebevollen Umgang mit mir selbst, ohne in die Verbotsfalle zu tappen.

00:11:01: Ich möchte dir drei kleine sanfte Impulse mitgeben, die du ab morgen in deinen Alltag integrieren kannst.

00:11:11: Der erste Impuls heißt Einatmen und Innerheiten.

00:11:17: Wenn du das nächste Mal merkst dass du ferngesteuert zum Kühlschrank gehst versuche nicht dich aufzuhalten oder dich auszuschimpfen.

00:11:29: Atme einfach nur einmal tief durch, sagt dir selbst Ich darf das gleich essen!

00:11:36: Es ist okay Aber ich schaue erst kurz hin.

00:11:41: Dieser winzige Moment bricht die automatische Trunks Erholt dich zurück in deinen Körper.

00:11:50: Der zweite Impuls fragt dich was du wirklich brauchst Wenn du vor dem Kühlschrank stehst, leg eine Hand auf dein Herz oder deinen Bauch und frag dich ganz sanft.

00:12:07: Welcher Hunger ist das gerade?

00:12:11: Ist es Magenhunger oder ist es Herzenshunga?

00:12:16: Brauche ich gerade die Chips oder brauche ich eigentlich eine Pause?

00:12:23: Braue ich eine Umarmung?

00:12:27: Muss ich einfach mal fünf Minuten weinen, weil alles zu viel war?

00:12:33: Wenn du merkst es ist emotionaler Hunger.

00:12:36: Dann erlaube dir das Essen trotzdem aber nimm den Krampf raus.

00:12:43: Kämpfe nicht!

00:12:44: Ist es ganz bewusst und ohne schlechtes Gewissen.

00:12:49: Der dritte Impuls schaffe dir alternative Wohlfühl-Inseln.

00:12:57: Wir können dem Nervensystem das Essen nicht einfach wegnehmen, ohne ihm etwas Gleichwertiges anzubieten.

00:13:05: Wenn das Essen deine einzige Strategie ist um zur Ruhe zu kommen, ist es logisch dass du immer wieder darauf zurückgreifst.

00:13:17: Überleg dir in einem ruhigen Moment also nicht erst wenn der Stress schon da ist sondern schon vorab was?

00:13:27: beruhigt mein Nervensystem noch.

00:13:31: Vielleicht ist es eine Lieblingsdecke, in die du dich für zehn Minuten einwickelst?

00:13:39: Vielleicht ist das ein bestimmter Duft, ein schönes ätherisches Öl wie Lavendel oder ein Song bei dem du im Wohnzimmer den Stress abschütteln kannst.

00:13:53: Erlaubt dir diese Alternativen Schritt für Schritt aufzunehmen.

00:14:02: Schau hin, was dein Nervensystem noch beruhigen könnte!

00:14:07: Ich möchte dir für die nächsten Tage eine kleine Frage mit auf den Weg geben, die du gerne in deinen Tagebuch schreiben kannst.

00:14:18: wenn dein emotionales Essen eine Stimme hätte und sprechen konnte.

00:14:26: Was würde diese Stimme dir mitteilen wollen?

00:14:31: Vor welchem Gefühl oder vor welchem Druck versucht es dich in diesem Moment zu beschützen?

00:14:41: Nimm dir Zeit für diese Fragen.

00:14:44: Lass die Antwort ganz ohne Druck auftauchen!

00:14:50: Oft versteckt sich hinter dem Heißhunge ein ganz tiefes Bedürfnis nach Schutz, nach Ruhe oder einfach nach einer Pause.

00:15:02: Ich würde jetzt noch mal zum Schluss das Wichtigste zusammenfassen.

00:15:09: Und zwar emotionales.

00:15:11: Essen ist keine Charakterschwäche, es ist die Sprache deines Körpers der Versuch dein Nervensystem wieder in Ballon zu bringen wenn die Wellen des Alltags zu hoch schlagen.

00:15:28: Wenn du das nächste Mal merkst dass du Trost im Essen suchst Versuche den inneren Kritiker bei Seite zu schieben.

00:15:39: Begegne dir selbst stattdessen mit der Wärme und dem Mitgefühl, dass du deiner besten Freundin hältst so auch nicht einfach das Essen hin und sagt So es machen wird.

00:15:50: wieder gut!

00:15:53: Du musst nicht perfekt funktionieren.

00:15:57: Du bist zyklisch und du darfst das auch sein.

00:16:01: Du darfst weich sein Und du darfst lernen, die Signale deines Körpers wieder zu verstehen.

00:16:08: Schritt für Schritt in deinem ganz eigenem Tempo.

00:16:14: Ich danke dir, dass Du heute wieder Zeit hattest!

00:16:19: Spür nochmal kurz und nicht hinein, nimm dieses Gefühl von Wärme mit in den Tag oder in den Abend, wann auch immer Du jetzt die Folge hörst.

00:16:30: Denk dran, du bist wunderbar genau so wie du bist.