2 - Warum Disziplin nicht dein Problem ist
Shownotes
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00:00:00: Schön, dass du da bist.
00:00:02: Vielleicht kennst du dieses Gefühl ständig wieder neue Anfangen zu müssen.
00:00:09: Neue Motivation, neue Regeln, neue Kontrolle.
00:00:15: und für einen Moment fühlt es sich auch richtig gut an klar strukturiert vielleicht sogar endlich richtig.
00:00:27: Und trotzdem passiert das oft wieder.
00:00:30: irgendwann rutscht du zurück in alte Muster.
00:00:35: Und dann kommt dieser Gedanke, ich bin einfach nicht diszipliniert genug oder alle anderen schaffen das irgendwie besser als ich?
00:00:50: Nur ich krieg es nicht hin auf die Schokolade zu verzichten!
00:00:54: Ich bin nicht diszipliniert genug und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.
00:01:02: Lass uns Zuerst mal schauen, was Disziplin eigentlich ist.
00:01:08: Oft denken wir automatisch dabei an Willenskraft, an Durchhalten und sich selbst kontrollieren.
00:01:18: Aber im Kern bedeutet Disziplin etwas anderes – die Fähigkeit langfristiger Entscheidungen zu treffen und dabei kurzfristige Impulse auszuhalten.
00:01:33: Das heißt Disziplin ist nichts Unmenschliches.
00:01:39: Sie ist ein ganz normaler Teil unseres Alltags und wenn du mal genau hinschaust, wirst du merken Du bist bereits in ganz vielen Bereichen deines Lebens sehr diszipliniert.
00:01:55: Vielleicht gehst du zur Arbeit auch wenn du keine Lust hast.
00:01:59: Du kümmerst dich um andere Menschen Du stehst früh auf Du hältst Termine ein.
00:02:07: All das ist bereits Disziplin und genau deshalb ist die Frage oft nicht, hast du Disziplin?
00:02:16: Sondern eher warum fühlt sich gerade das Thema Essen so viel schwieriger an als andere Bereiche.
00:02:26: Ich habe die Erfahrung bereits gemacht dass es beim Essverhalten sehr selten nur um Diszipling geht.
00:02:34: Viele Frauen Darunter auch ganz klar ich zähle mich zu, haben nicht so wenig Disziplin.
00:02:42: Sondern sehr viel davon!
00:02:44: Vielleicht erkennst du dich hier wieder?
00:02:48: Du hältst dich tagsüber an Regeln.
00:02:51: Du versuchst gut zu essen also gut in Anführungsstrichen was du für Gut jetzt im Moment hältst.
00:03:00: Du achtest auf Kontrolle und innerlich entsteht dabei oft ein Druck Ein ständiges Denken an das Essen.
00:03:12: Über richtig oder falsch, darf ich jetzt essen?
00:03:17: Darf ich nicht
00:03:18: essen?!
00:03:19: Darf' ich noch ein Teller mehr nehmen... ...oder doch nicht!
00:03:26: Und genau da passiert etwas ganz Wichtiges.
00:03:30: Unser Körper ist kein System, dass nur auf Willenskraft reagiert.
00:03:36: Er isst ein biologisches System das auf Versorgung, Sicherheit und Energie reagiert.
00:03:45: Wenn wir über längere Zeit sehr stark uns kontrollieren wenig essen oder bestimmte Lebensmittel und sogar verbieten dann reagiert der Körper darauf zum Beispiel mit verstärbten Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln Heiß-Hunger häufige Gedanken ans Essen oder dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.
00:04:16: Und das ist kein Zeichen von Schwäche!
00:04:19: Das ist eine normale biologische Reaktion unseres Körperes.
00:04:25: Vielleicht kennst du das?
00:04:27: Du startest den Tag mit klaren Regeln vielleicht ein Plan was du genau essen darfst und vor allem wann du es auch essen darf.
00:04:38: Du hältst dich richtig richtig gut daran.
00:04:41: Morgens gibt es Haferflocken mit Banane, Mittags der Salat.
00:04:49: Du fühlst dich kontrolliert.
00:04:53: du bist stolz dass du das jetzt geschafft hast bis mittags und dann am Nachmittag oder am Abend verändert sich etwas.
00:05:05: plötzlich wird der Druck größer der Kopf wird lauter Und irgendwann ist es schwierig, diese Kontrolle für dich überhaupt zu halten.
00:05:17: und danach kommen auf die Schuldgefühle.
00:05:21: Warum habe ich jetzt bloß wieder den Kühlschrank geblündert?
00:05:26: Warum konnte ich an der Bäckerei mit dem leckeren Torten- und Waffelgerüchen nicht einfach fortbeigehen?
00:05:36: Warum habe Ich Es Schon Wieder Nicht geschafft!
00:05:43: Aber was wenn es nicht um Schaffen geht?
00:05:49: Was, wenn dein Körper eigentlich versucht ein Gleichgewicht wiederherzustellen.
00:05:55: Denn dein System arbeitet immer in Richtung Regulation!
00:06:02: Wenn Druck entsteht, entsteht oft auch ein Gegengewicht.
00:06:08: Das bedeutet nicht dass du scheiterst sondern das dein Körper reagiert.
00:06:16: Dabei spielt dein Nervensystem eine sehr, sehr große Rolle.
00:06:21: Wenn wir lange in Kontrolle, Stress oder inneren Druck sind bleibt der Körper oft in einer Art Anspannung und Essen kann dann unbewusst zu einer Form von Regulation werden.
00:06:36: nicht weil du schwach bist sondern bei dem System versucht diese Ruhe die es braucht, wiederherzustellen.
00:06:47: Und was bedeutet das jetzt für dich?
00:06:50: Vielleicht ist die wichtigste Frage nicht wie werde ich disziplinierter sondern eher Was bringt mich eigentlich so sehr in diesen Kontroll- und Druckmodus?
00:07:07: Ich wiederhole das nochmal Nicht die Frage Wie werde ich Diszipliniert sondern was bringt mich eigentlich so sehr in diesen Kontroll- und Druckmodus?
00:07:25: Vielleicht nutzt du den Tag heute oder die nächsten Tage einmal, dich genau zu beobachten.
00:07:33: Wann setze ich mich selbst unter Druck?
00:07:38: Wann denke ich in richtig oder falsch?
00:07:43: Also wann sortiere ich ein?
00:07:45: Richtig!
00:07:46: oder falsch.
00:07:49: Wie fühle ich mich, bevor ich das Gefühl habe die Kontrolle zu verlieren?
00:07:56: Stell dir diese drei Fragen mal ganz ohne Bewertung nur als Beobachtung!
00:08:05: Denn oft beginnt Veränderungen nicht mit mehr Disziplin sondern mit mehr Verständnis – mehr Verstandnis für uns selbst.